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Naturschutz

Vereinbarkeit mit dem Modellflug

Die MFG Condor Heidenau e. V. hat sich zur Aufgabe gemacht unseren Sport im Einklang mit der Natur und unter besonderer Berücksichtigung des Naturschutzes zu betreiben. In ca. 1,3 km zur südlichen Platzgrenze befindet sich ein Vogelschutzgebiet nach FFH-Richtlinien (Flora-Fauna Habitat), welches von der EU noch zusätzlich besonders geschützt wird. Wir Modellflieger möchten mit unserem auch in der Aufstiegserlaubnis festgeschriebenen Flugraum dem FFH-Gebiet besondere Aufmerksamkeit zum Schutz der dort lebenden Vogelarten schenken.

In mehreren Gesprächen, die wir mit Repräsentanten der Naturschutzgruppe Heidenau, Herrn Busch und Herrn Alda sowie dem Vorsitzenden des AKN (Arbeitskreises Naturschutzes Tostedt e. V.), Herrn Kempe geführt haben, wird der Modellflugbetrieb zukünftig auf unserem Platz in enger Abstimmung mit diesen Naturschutzgruppen ausgeübt. Dazu gehört, dass sich die MFG Condor Heidenau e.V. verpflichtet, die bis zum Juli eines jeden Jahres dauernde Brutperiode der am Platz lebenden Vogelarten besonders bei den Mähaktivitäten auf dem hinteren und seitlichen Rand des Platzes respektiert. Erst nach dem 1. Juli und nach Rücksprache mit der Naturschutzgruppe Heidenau wird das Gras wellenförmig zum ersten Mal im Jahr gemäht.

Die Rasenfläche des Platzes wird nicht gedüngt, um die vorhandenen Magerasenpflanzen zu erhalten und zu fördern. Der hintere Teil der Abböschung zur Strasse wird im Herbst mit einer Hecke aus Brombeeren, Schlehen und Weißdornbüschen auf eine Länge von ca. 30 mtr. bepflanzt. Die von den Vogelschützern empfohlenen kleinwüchsigen Pflanzen sollen die weiträumige Landschaft zum Wohle der wiesenbrütenden Vogelarten erhalten.

Um die Brut- und Vegetationsperiode bis zum Juli nicht zu stören werden größere Vereinsveranstaltungen erst nach dem 1. August stattfinden, so trägt unser Flugtag, ausgetragen alle zwei Jahre am ersten Septemberwochenende, dieser Regelung voll Rechnung.

Diese doch eher passive Unterstützung des Naturschutzes soll natürlich auch durch einen aktiven Teil der Modellfluggruppe bereichert werden. Im Jahr 2004 wird die Naturschutzgruppe Heidenau dahingehend unterstützt, die bereits gepachteten Flächen weiter zu vergrößern, die vom Modellflugverein gepachtet und dann der Naturschutzgruppe zur freien Verfügung gestellt werden. Diese Patenschaft mit der Heidenauer Naturschutzgruppe soll das stete und verantwortungsbewusste Umgehen mit den Interessen der Modellflieger und der Naturschützer stärken und langfristig sichern. Hierdurch sollen Fehlentwicklungen, die der Natur schaden könnten, vermieden werden. Wenn sich nach Ablauf der befristeten Modellfluggenehmigung unser Konzept als naturverträglich herausstellen sollte, können wir einer Verlängerung positiv entgegensehen.

Außerdem engagieren wir uns innerhalb der Gemeinde. Für das Jahr 2003 haben wir mit der Bürgermeisterin Frau Rand vereinbart, den Eichenpark in Heidenau im Herbst mit Rhododendren zu bepflanzen.

Zusätzlich wird sich die MFG Condor Heidenau im Herbst 2003 für das Jahr 2004 um die "Blaue Flagge Naturschutz" bewerben. Dies ist eine Initiative der Bundesrepublik Deutschland in der Flugsportvereine hinsichtlich deren naturschutzverträglichen Verhalten und verantwortungs-bewussten Auftreten in der Öffentlichkeit auditiert werden. Diese für den Verein recht kostspielige Bewerbung soll dazu dienen, die manchmal über die Jahre eingerissenen Verhaltensweisen zu überdenken und hin zu naturschutzfördernden Maßnahmen zu ändern.

An dieser Stelle möchte der Verein einen ganz besonderen Dank Herrn Kempe vom AKN Tostedt und Herrn Gumz von der Unteren Naturschutzbehörde Winsen/Luhe aussprechen, die sich für eine Lösung des Konflikts zwischen Modellfliegerei und Naturschutz eingesetzt und damit die Bewilligung der Aufstiegsgenehmigung ermöglicht haben. Die MFG Condor Heidenau möchte allen Modellflugvereinen, die sich in der Antragsphase einer Aufstiegserlaubnis befinden hiermit den Rat geben, sich mit den örtlichen Naturschutzgruppen intensiv auszutauschen, um beide Interessenslagen miteinander zu vereinbaren. Dabei muss von Modellflugseite auch eventuell „zähneknirschend“ akzeptiert werden, dass es in besonders sensiblen Gebieten eine Unvereinbarkeit von Naturschutz und Modellfliegerei geben kann. Wir möchten jedoch allen Modellfluggruppen Mut machen, dass schon allein der Dialog und das Verstehen der "anderen Seite" meist zu positiven Ergebnissen führt. Von der Androhung sich über einen Rechtsanwalt und/oder einen Rechtsstreit zu einigen, sei hier eindringlichst abgeraten.

Der Vorstand der MFG Condor Heidenau ist gerne bereit die während der Antragsphase gemachten Erfahrungen an andere Vereine weiterzugeben und auch eventuell beratend zur Seite zu stehen.