Modellflugbetrieb in Deutschland

Fernsteuerung

In Deutschland ist eine Genehmigung für den Betrieb von Modellflug-Funkanlagen zur Fernsteuerung im 35-MHz-Band oder 2,4-GHz-Bereich nicht erforderlich, da die Regulierungsbehörde für Telekomunikation und Post (RegTP) eine allgemeine Genehmigung für den Betrieb solcher Anlagen erteilt hat. Die Geräte müssen weder angemeldet werden, noch sind Gebühren fällig.

Der Sender ist im Betrieb im 35-MHz-Band mit einer farbigen Flagge (orange, RAL 2003) zu versehen, auf dem der Kanal (weiße Schrift, min 3 cm hoch) zu sehen ist. Solche Kanalflaggen, die sichtbar an der Antenne des Senders befestigt werden müssen, gibt es im Modellbauhandel.

Haftpflichtversicherung

Eine Haftpflichtversicherung ist seit 2005 für ALLE Flugmodelle vorgeschrieben. Die meisten Vereine und auch die Modellflugverbände bieten entsprechende Versicherungen an. Es ist ggf. bei Bedarf darauf zu achten, dass auch eine Versicherung von Raketenmodellen und Modellen mit Strahltriebwerken (Jet-Turbinen) eingeschlossen sind. Dies ist bei vielen Modellflug-Haftpflichtversicherungen nicht der Fall, aber es werden entsprechende Optionen angeboten, die den Versicherungsschutz entsprechend erweitern.

Fliegen von Modellen

Für das Fliegen von Modellflugzeugen unter 25 kg benötigt man keine Pilotenlizens. Eine Lizenz für das Fliegen von Modellflugzeugen von 25 bis 150 kg erhält man über eine Prüfung bei dem DAeC und beim DMFV.

Eine spezielle Aufstiegserlaubnis der Luftfahrtbehörde wird benötigt für:

  • alle Flugmodelle mit einem Gewicht ab 5 kg,
  • alle Flugmodelle die in einer Entfernung von weniger als 1,5 km von der Begrenzung von Flugplätzen betrieben werden sollen,
  • Flugmodelle mit Verbrennungsmotoren (also auch Strahltriebwerke) die in einer Entfernung von weniger als 1,5 km von Wohngebieten betrieben werden sollen,
  • Raketenflugmodelle deren Treibsatz mehr als 20 g beträgt.

Geregelt wird dies durch den § 16 der LuftVO. Für jeden Start und Landung eines Flugmodells ist grundsätzlich die Genehmigung des Grundstückseigentümers nötwendig.Dies gilt auch für öffentliche Wege oder Straßen. Im Bundesnaturschutzgesetzt und in den Ländergesetzen sind zwar keine Verbote des Modellflugbetriebs für bestimmte Gebiete vorgesehen aber Verbote befinden sich häufig in den Naturschutz- und Landschaftsschutzsatzungen. Aus § 2 LuftVG und der LuftVZO Anlage 1 ergibt sich eine Kennzeichnungs- und Namensführungspflicht eines Flugmodells.

Es ist wohl selbstverständlich, dass das Flugmodelle während des Fluges ständig zu beobachten sind und dass bemannten Luftfahrzeuge auszuweichen ist. Das Überfliegen von Personen ist natürlich ebenfalls verboten. Auf Modellflugplätzen ist die Flugordnung und die Anweisungen eines eingesetzten Flugleiters unbedingt zu beachten.

weitergehende Informationen

Wir haben hier nur einen groben Überblick über das Modellflugrecht aus unserer Sicht gegeben. Für detailierte Informationen zur Rechtssituation, besonders was das Thema Aufstiegserlaubnis für Modellflugplätze angeht, verweisen wir auf die beiden Modellflugverbände DAeC und DMFV.

Literatur

'Modellflug, Aufstiegserlaubnis und Umweltrecht',
Walter Felling, Neckar Verlag GmbH,
ISBN 3-7883-0671-8